Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage – Die wichtigsten Punkte im Überblick

Egal ob die Heizungsanlage über eine Wärmepumpe, einen Gaskessel, als Ölheizung oder sogar Pelletheizung betrieben wird. An dem hydraulischen Abgleich gibt es kein vorbeikommen. Warum das so ist, wird in diesem Artikel erläutert:

Der hydraulische Abgleich in Heizungsanlagen ist ein wichtiger Bestandteil der Inbetriebnahme und Wartung von Heizungssystemen. Durch den hydraulischen Abgleich wird sichergestellt, dass die Heizenergie effizient und gleichmäßig in der Anlage verteilt wird.

Ein hydraulischer Abgleich besteht aus der Anpassung der Strömungsgeschwindigkeiten und -mengen in den einzelnen Heizkreisen, um eine optimale Wärmeverteilung zu gewährleisten. Dies wird erreicht, indem die Strömungsgeschwindigkeiten an den Heizkörpern und die Wasserdurchflussmengen in den Rohrleitungen angepasst werden. Technisch betrachtet wird hierdurch der Druckverlust des Rohrnetzes gleichmäßig auf die einzelnen Heizungsstränge verteilt.

Ein richtig durchgeführter hydraulischer Abgleich hat viele Vorteile, insbesondere in Bezug auf die Energieeffizienz und die Kosten. Ein gut abgeglichenes Heizsystem verbraucht weniger Energie, da die Wärmeverteilung optimiert wird und die Heizkörper nicht über- oder unterdimensioniert sind. Dies führt zu niedrigeren Heizkosten und einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes.

Es ist wichtig zu beachten, dass der hydraulische Abgleich nicht nur für herkömmliche Heizkörpersysteme, sondern auch für Fussbodenheizungen notwendig ist. Eine Fussbodenheizung besteht aus einer Reihe von Rohren, die unter dem Boden verlegt sind und Wärme an den Raum abgeben. Wenn diese Rohre nicht richtig abgeglichen sind, kann es zu ungleichmäßiger Wärmeverteilung im Raum kommen und es kann zu hohen Energieverbrauch und Heizkosten führen

Technische Umsetzung

Neben geregelten Umwälzpumpen einerseits gehört ein weiteres elementares Bauteil in jede Heizungsanlage, die den hydraulischen Abgleich sicherstellen will: Regulierventile!

Hiervon gibt es zwei Arten:

1.) Automatisch arbeitende Differenzdruckregler; bestehend aus zwei Ventilen verbunden über eine Impulsleitung (Foto 1)

2.) manuelle Strangregulierventile

Erstere bieten im Vergleich zu manuellen einige Vorteile bei der Umsetzung.

Ein wesentlicher Vorteil ist die Möglichkeit, den Abgleich auch im Teillastbereich der Anlage sicherzustellen. Manuell arbeitende Strangregulierventile können dies nicht leisten und es kann in der Übergangszeit oder bei milderen Außentemperaturen im Winter zu ungleichmäßiger Wärmeverteilung kommen. Die Folge sind lauwarme Heizkörper. Dies ist besonders Fatal, da eine Heizungsanlage die meiste Zeit des Jahres eben im Teillastbereich arbeitet. Auch die gesteigerte Stromaufnahme der Pumpen in Folge nicht abgeglichener Heizungsnetze und somit erhöhte Stromkosten sollen nicht unerwähnt bleiben.    

Foto 1: Differenzdruckregler Vorlauf (rot) und Rücklauf (blau) über Impulsleitung verbunden

Merke

Differenzdruckregler arbeiten automatisch und passen die Wasserdurchflussmengen in allen Betriebszuständen der Anlage, in jedem Heizkreis an die tatsächlichen Wärmebedürfnisse an.

Ein weiterer Vorteil von Differenzdruckreglern gegenüber Strangregulierventilen ist die Möglichkeit, sie in ein Gebäudeautomatisierungssystem zu integrieren und so eine Fernüberwachung und -steuerung der Heizungsanlage zu ermöglichen. Es ist jedoch zu beachten, dass die Installation und Inbetriebnahme von Differenzdruckreglern etwas komplexer ist und es empfehlenswert ist, ein erfahrenes Planungsbüro damit zu beauftragen um eine optimale Einstellung der Regler zu erreichen.

Einsparpotential

Aus unserer Erfahrung heraus kann festgestellt werden, dass durch den hydraulischen Abgleich bestehend aus Umwälzpumpen und Regulierventilen der Energieverbrauch um bis zu 15 % reduziert werden kann. Dies führt zu einer signifikanten Einsparung auf das Jahr verteilt.

Ein weiteres wichtiges Einsparpotential ist die Vermeidung von Schäden an der Heizungsanlage. Eine ungleichmäßige Wärmeverteilung kann dazu führen, dass einzelne Heizkörper oder Rohrleitungen überhitzen und dadurch beschädigt werden. Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass die Wärme gleichmäßig verteilt wird und Schäden vermieden werden.

Es ist wichtig zu betonen, dass einmal durchgeführter Abgleich nicht für immer hält. Regelmäßige Wartung und Überprüfung des Abgleichs ist notwendig, um sicherzustellen, dass die Anlage weiterhin optimal funktioniert und die Energieeinsparungen aufrechterhalten werden.

Fazit

Ein gut abgeglichenes Heizsystem ist jedoch nicht nur ein Vorteil für die Umwelt, sondern auch für die Nutzer, die eine reduzierte Heizrechnung erwarten können.

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